Marie Kondo – Magic Cleaning

Wie richtiges Aufräumen ihr Leben verändert

Das ist ja mal ein vielversprechender Titel oder? Trotzdem habe ich lange überlegt ob ich mir das Buch überhaupt kaufen soll. Ich räume eigentlich eh gerne auf, obwohl man das manchmal nicht vermuten würde so wie es bei uns aussieht, aber wir leben eben auch noch auf einer Baustelle. Trotzdem, oder gerade deswegen macht es mich immer total glücklich, wenn ich es mal wieder geschafft habe den Flur von den ganzen Kleinigkeiten zu befreien, die sich in kleine Nestern zusammenrotten. Und am besten ist er dann auch noch geputzt. Da habe ich dann tatsächlich schlagartig gute Laune, wenn ich zur Tür reinkomme. Daher dachte ich, was soll da noch groß drin stehen was man nicht schon irgendwo anders (Die Buchbesprechungen kommen auch noch ; ) gelesen hat? Ich habe es letztendlich tatsächlich nur bestellt, weil ich gleichzeitig ein Geburtstagsgeschenk bestellt habe und ein Alibi brauchte. Das hat zwar dann nicht so geklappt wie gewünscht aber dafür hatte ich dann immerhin das Buch.

 

Eines vorne weg: Das Buch lässt sich wirklich ziemlich angenehm in einem Rutsch lesen. Es ist sehr flüssig geschrieben, bei anderen Büchern habe ich mir damit schon wesentlich schwerer getan. Kurzer Faktencheck: Das Buch hat 223 Seiten und kostet 9.99€. Als ich dann gestern im Buchladen war habe ich gesehen, dass es tatsächlich auf der Bestsellerliste auf Platz 3 steht. Es dürfte also bald nur noch glückliche Menschen mit aufgeräumten Wohnungen geben 😉 Zumindest wenn sie alle ähnlich veranlagt sind wie Frau Kondo. Die hat allerdings schon im Alter von 5 Jahren angefangen sich mit Aufräumen und Organisieren zu beschäftigen. Und damit auch ihre gesamte Familie drangsaliert so wie es scheint. Außerdem hat sie ebenfalls in frühen Jahren begonnen sich auf ihr Lebensziel Hausfrau vor zu bereiten, indem sie kochen, nähen etc. geübt hat. Wir haben also schon mal nicht dieselben Voraussetzungen.

 

Wie genau funktioniert jetzt aber die KonMarie-Methode?

Es ist denkbar einfach und besteht aus zwei Schritten:
1. Ausmisten
2. Aufräumen
Bis hierher also eigentlich alles so wie immer (zumindest ist mir noch keine andere Methode untergekommen) und keine neue Erkenntnis. Es gibt dennoch einen gravierenden Unterschied. Wo andere Ratgeber versuchen Hemmungen abzubauen und es den Aufräumwilligen so einfach wie möglich zu machen indem es heißt man solle sich kleine Ziele setzten und eine Schublade nach der anderen aufräumen ohne dabei ein perfektes Ergebnis zu erwarten setzt Frau Kondo genau auf das Gegenteil. Ihre Vorgabe, dass man alles, in einem kurzen Zeitraum und perfekt ausmisten und organisieren soll, soll dafür aber auch bewirken, dass man nie mehr aufräumen müsse. Für den Rest seines Lebens.
Den kurzen Zeitraum hat sie jedoch dadurch wieder etwas relativiert indem sie dafür ca. ein halbes Jahr ansetzt.

Der nächste Unterschied zu anderen Theorien ist, dass Sie nicht nach Orten getrennt aufräumt, sondern nach Objektkategorien. Also nicht das Bad ausmisten und organisieren, sondern alle Kosmetikartikel im ganzen Haus zusammensuchen und die dann organisieren. Auf diesen Trick scheint sie ziemlich stolz zu sein, ich finde ihn nicht so revolutionär. Besonders da man durchaus Unterkategorien bilden kann. Sortiert man zum Beispiel seine Kleidung soll man alles auf einen großen Haufen werfen. Man darf aber nach Hosen, T-Shirts, etc. sortieren, da man sonst wahrscheinlich weder genügend Platz hat, noch den Überblick bewahren kann. In meinem Fall bedeutet das, dass ich eben doch wieder Schublade für Schublade aufräumen würde, da sich eben in einer Schublade die Shirts und in einer anderen die Socken etc. befinden. Apropos Socken. Marie Kondo besteht darauf, dass Dinge nicht übereinander also horizontal gelagert werden dürfen, sondern nur vertikal. Dafür verwendet Sie eine bestimmte Falttechnik für Kleidungsstücke und Socken. Ich verwende eine ähnliche Technik für meine T-Shirts, die tatsächlich sehr genial ist und ich werde mal sehen ob ihre System eine Verfeinerung des ganzen darstellt aber! ABER! Wenn man mir erzählt, dass ich meine Socken auf eine bestimmte Weise falten müsse, um mich bei ihnen für ihre guten Dienste zu bedanken und dafür sorgen müsse, dass die Socken beim Öffnen der Schublade nicht verrutschen, weil sie sonst nicht CHILLEN können … ja dann ist es bei mir vorbei. Ich bin der Meinung, dass man schon aus Respekt vor den verbrauchten Ressourcen, der Energie und der Arbeit die in die Herstellung von Dingen geflossen ist dafür sorgen sollte, dass diese pfleglich behandelt werden. Aber diese spirituelle Verbindung zu den Dingen (und der Wohnung/dem Haus) auf die Frau Kondo so viel wert legt, die kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht ändert sich das, wenn ich die Methode angewendet habe, wir werden sehen.

 

Ablauf der Lebensveränderung

Was muss ich also noch wissen, wenn ich die Methode jetzt ausprobieren möchte? Das einzige Entscheidungskriterium dafür, ob ich etwas behalte oder nicht soll sein ob es mich glücklich macht. Dafür muss jeder Gegenstand einzeln in die Hand genommen werden um ihn „aufzuwecken“ und die Verbindung richtig spüren zu können.

Frau Kondo gibt einem außerdem eine Vorgehensweise mit an die Hand die ich gar nicht schlecht finde. Und zwar sollen die Dinge in der folgenden Reihenfolge aussortiert werden:

  1. Kleidung
  2. Bücher
  3. Verschiedenes
  4. Papier
  5. Erinnerungsgegenstände

Sie meint, dass die Leute wohl am wenigsten persönlich Beziehung zu ihrer Kleidung hätten und sich somit hier am leichtesten tun würden. Und je mehr man das Entscheiden geübt hat, desto eher kann man die „schwierigeren“ Kategorien in Angriff nehmen. Ich sehe das nicht so. Mir persönlich macht es zwar immer wieder einen Heidenspaß meine Kleidung auszusortieren (erstaunlicherweise ist immer wieder etwas dabei) aber ich bin eben ich. Ich kann mir vorstellen, dass jemand der mehr Wert auf sein Aussehen legt oder einfach ein Fable für Kleidung hat sich mit dieser Kategorie sehr schwer tun könnte. Ich halte hingegen die Kategorie Papier für die leichteste. Ich mag Büroarbeiten und Papier wirklich sehr gerne. Ich bin großartig im Sachen sortieren und abheften, trotzdem habe ich überhaupt kein Problem damit eine 3 Jahre alte Rechnung über 5,99 für Bastelmaterial weg zu werfen. Die werde ich nie wieder brauchen (außer man macht das beruflich und braucht das für die Steuer oder wie auch immer). Und ich glaube den meisten Leuten würde es genauso gehen, da ja alle Briefe, Postkarten etc. in die Kategorie Erinnerungsgegenstände gehören. Ich freu mich jetzt schon darauf mein Büro aus zu misten 😀

 

Unerwartete Nebeneffekte

Es scheinen ganz wunderbare Dinge zu geschehen, wenn man mal die Magie des Aufräumens geweckt hat. Menschen wissen auf einmal welchen Traumberuf sie eigentlich schon immer ausüben wollten. Oder sie lernen auf einmal tolle neue Leute kenne. Oder sie nehmen wie von Geisterhand ab. Und tatsächlich halte ich das alles für möglich. Ich selber weiß, wie viel wohler ich mich in einer aufgeräumten Umgebung fühle. Was sich auch auf meine ganze Lebenseinstellung auswirkt. Wenn ich aber fröhlicher bin bin ich wiederum auch empfänglicher für neue Gelegenheiten die sich vielleicht auch vorher schon ergeben haben. Ich habe sie nur nicht wahrgenommen.
Außerdem muss man sich beim sinnvollen Ausmisten durchaus auch mit sich selbst beschäftigen. Es reicht nicht blindlings Dinge weg zu werfen. Wenn es einem schwerfällt, obwohl man weiß, dass man dieses oder jenes Teil weder mag noch braucht, sollte man sich klarmachen woher das kommt. Welchen Zweck erfüllt dieses Ding für mich? Welche Emotionen/Wünsche/Erinnerungen sind damit verbunden? Und kann ich vielleicht mit einem alten Thema abschließen, wenn ich diese Erinnerung daran entsorge?

 

Persönliche Meinung zur KonMarie-Methode

Ich habe das Buch gerade eben fertiggelesen und noch nicht damit angefangen. Das ist nämlich auch eine ihrer Vorgaben, man darf nicht, nur, weil man auf einmal einen Motivationsschub hat sofort anfangen will drauf los zu räumen. Nein! Man muss erst das ganze Buch fertiglesen. Naja.

Ich werde es einfach mal ausprobieren, genau nach den Vorgaben. Nur so kann ich die Methode dann auch wirklich bewerten denke ich.

Nachdem ich ja schon finde, dass ich das mit dem Aufräumen gar nicht so schlecht mache bin ich gespannt ob es tatsächlich Auswirkungen auf mein Leben haben wird. Und wenn ja welche. Ich werde dazu natürlich weiter berichten. Und ich hoffe, dass es keine 6 Monate dauern wird. Ach und ein paar Kilos dürfen auch gerne noch verschwinden :D.

Wie sieht es denn bei Euch aus? Kennt Ihr diese Methode und habt sie vielleicht auch schon angewendet? Was hat sich in eurem Leben dadurch verändert? Oder kennt Ihr eine andere Methode die Ihr für viel besser haltet? Lasst mir gerne einen Kommentar da, damit ich diese auch mal ausprobieren kann.

 

Liebe Grüße,
Eure Laura

  • Claudia

    Interessant, ich habe das Buch auch hänge aber jetzt nach gut einem Drittel fest. Mal sehen wann ich weiterlese.

    • Laura

      Also ich fand es super und habs auch gleich weiter verliehen... da ist es aber wohl scheinbar verloren gegangen :(

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